Wie alles begann

Meine persönliche Erfahrung mit dem seborrhoischem Ekzem

Ich begrüße euch herzlich auf meiner Seite. Mein Fokus während der Erstellung dieser Seite war es besonders den Austausch von Ekzem betroffenen Menschen zu fördern.

Aus diesem Grund werdet Ihr hier detailiert den „Leidensweg“ von Anfang bis Ende erfahren.

Bevor das seborrhoische Ekzem auftauchte.

Wahrscheinlich wird sich der Großteil von euch an diesen Part des Lebens erinnern. Ich hatte eine Gesunde Haut war jung und hatte bislang keinerlei beschwerden. Damit meine ich weder jemals einen Pilsinfekt oder sonst etwas gehabt zu haben. In meiner gesamten Kindheit bis zu meinem ca. 10 Lebensjahr hatte ich lange Haare (damals Pilzschnitt, passt nun zum Krankheitsbild). Ich war in Bezug auf meine Haut wunschlos Glücklich.

Zu beginn meiner Pubertät spielte mein Äußers eine große Rolle. Hierzu zählt natürlich besonders der Haarschnitt. Die Haare kamen also weg und ich hatte tatsächlich das erste mal, soweit ich mich zurück erinnern konnte kurze Haare. Sah cool aus und deshalb habe ich den Schnitt für die nächsten 4-5 Jahre beibehalten.

Während meiner Pubertät machte ich die erste Bekanntschaft mit einem Ekzem. Um ehrlich zu sein, wusste ich zu Beginn nicht um was es sich handelt. Geäußert hat es sich, durch eine errötete Stelle an meinem Arm. Die Haut sah rau aus und juckte. Die ersten Tage habe ich damals einfach nichts unternommen, da es mich nicht weiter störte. Mit der Zeit wurde die Haut aber trocken und ein unangenehmes Jucken trat ein. Meine Mutter vereinbarte daraufhin einen Arzttermin, der Arzt verschrieb mir eine Creme und die betroffene Stelle heilte binnen weniger Tage vollständig ab. Dies war der erste und letzte Vorfall für ca. ein Jahr.

Schulzeit

Irgendwann in der 10. Klasse der Realschule mit 16 Jahren machte ich meine zweite Bekanntschaft mit diesem unangenehmen Ekzem. Diesmal war jedoch mein linkes Schienbein betroffen. Wie ein späterer Besuch beim Arzt herausstelle, wieder ein Ekzem. Der Hautarzt bestätigte uns, dass es normal sei und kein Grund zur Sorge gab. Wie gewohnt wurde mir wiederholt eine Creme verschrieben, welches die betroffene Hautpartie heilen sollte. Leider weiß ich heute nicht mehr um welche Cremen es sich handelte, aber ich vermute, dass es einfach nur Cortison haltige Produkte waren. Nach kurzzeitiger Anwendung war die betroffene Haut wieder makellos.

Zu meinem bedauern, kam war das nicht der letzte Ausbruch an meinem Bein, sodass ich die betroffene Stelle ein paar weitere Male mit der Creme behandeln musste. Inzwischen besuchte ich eine weiterführende Schule. Im gesamten folgenden Jahr traten keine Beschwerden mehr auf und alle Sorgen waren schnell vergessen.

Volljährig in der Berufsausbildung

Irgendwann war es dann soweit, ich war 18 und fing meine Ausbildung als Verfahrensmechaniker an. Gearbeitet wird hier überwiegend mit Kunststoffen und Metallen. Die zur Verarbeitung oder Instandhaltung nötigen Mittel (Schmierstoffe, Reinigungsmittel,…) sind dabei täglich in kontakt mit der Haut. Durch die Angaben auf den Mitteln, ist bekannt, dass einige zu Hautirretationen und Ausschlägen führen können. Wer als Mechaniker arbeitet, weiß das der Kontakt nicht immer gemieden werden kann. Im zweiten Lehrjahr brach das seborrhoische Ekzem schlussendlich auf meinem gesamten Kopf aus.

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Feste Beziehung und die ersten Anzeichen auf Probleme

Im zweiten Lehrjahr lernte ich meine jetzige Frau kennen. Ihre Mutter ist gelernte Friseurin, übte diesen Beruf aber schon länger nicht mehr aus. Gelegentlich schnitt sie für Familie und Freunde die Haare. In unserer Bekanntschaft erwähnte Sie dann, dass Sie sich gerne weiterbilden würde und den Meister Abschluss anstrebt.

Lange Rede kurzer Sinn stand fest, dass ich mich als Haarmodel anbieten würde. Um bei der Meisterprüfung genug Frisiermöglichkeiten zu haben, ließ ich meine Haare für ca. 4-5 Monate wachsen. (Wie im Abschnitt zuvor erwähnt, war mein Kopf bereits komplett vom Ekzem befallen.) Umso länger meine Haare wurden, umso fettiger,schuppiger und unangenehmer war das Ergebenis. Es dauerte also nicht lange bis die ersten darauf aufmerksam wurden. Bekannte meinten damals zu mir, dass es an den langen Haaren liegen würde und die Kopfhaut nicht mehr atmen kann. Ich war mit dieser Aussage zufrieden und versuchte meine Kopfhaut mit mehr Pflege wieder ins gleichgewicht zu bringen. Es war klar, dass wenn die Meisterprüfungen erst einmal vorbei sind, die Haare sowieso wieder kürzer kommen.

Schlecht nur, dass ich kurz vor der Meisterprüfung doch nicht mitmachen konnte, da meine Symptome so unerträglich wurden. Rötungen und Schuppen über die gesamte Haut. Teilweise durch das abkratzen fast Wund. Ein Termin beim Arzt war überfällig.

Kontakt mit Hautärzten

Ab hier beginnt die selbstzensur. Nun, es brauchte nicht lange um die absolute inkompetenz vieler Ärzte festzustellen. Ich bin zu fünf verschiedenen Hautärzten gegangen. In der Unfähigkeit versuchte man sich scheinbar gegenseitig zu überbieten.

Kurze Auflösung vorab: Es gab bei keinem der Ärzte die Diagnose auf seborrhoisches Ekzem. Sicher, werden einige diese Erfahrung mit mir teilen.

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Der erste Arzt war der Hammer. Ich muss dazu erwähnen, mein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Mein kompletter Kopf war vom Ekzem so stark befallen, dass mir die Haare ausfielen. Es war unangenehm vor andere Menschen zu treten und nahezu unmöglich dunkle Klamotten zu tragen, da sich die Schultern so stark mit Schuppen besetzten.

Der Arzt nahm mich irgendwann ins Patientenzimmer, begrüßte mich und schaute nach meinen Beschwerden. Hierfür hat er sich ca. 20 Sekunden genommen. Danach hieß es, „Bitte vereinbaren Sie einen Folgetermin und bringen Sie mir ein aktuelles Familienfoto mit“. Ich weiß nicht wie es anderen ergangen wäre aber ich war verwirrt. Auf meine Frage weshalb ich das denn tun sollte, kam eine Stumpfe Antwort „Alles weitere klären wir beim nächsten Termin“. Der Arzt war sofort weg und das war es mit der Sprechstunde.

Ich bin der Aufforderung natürlich erst einmal nachgekommen, denn der Arzt wird ja schon wissen was er praktiziert. Also bin ich nach ein paar Tagen wieder aufgetaucht und hatte ein Familienfoto dabei.

Um euch ein paar Eckdaten zu nennen. Meine Mutter hat 8 und mein Vater hat 5 Geschwister. Bei beiden Familien gab es nie ähnliche Probleme wie bei mir. Lediglich zwei Onkel haben normalen Haarausfall. Das, hat dem Arzt gereicht um mich mit genetischem Haarausfall zu diagnostizieren. Eine Haarprobe die an diesem Tag entnommen wurde, hat nichts ergeben.

Bei dieser Sitzung habe ich den Arzt nochmal explizit auf meine Beschwerden angesprochen. Es kann ja nicht sein, dass die Kopfhaut so gerötet ist, schuppt und juckt. Die Antworten waren kurz und das Ergebnis immer gleich.

Die Genetik ist der Auslöser für den Haarausfall und die damit verbundenen unangenehmheiten.“

Die Therapie bestand wie die meisten hier vermuten werden aus der Verwendung einer Kortison Creme. Packungsbeilagen beachten, regelmäßig verwenden, fertig.

Meine Erfahrung mit Kortison und den folgen.

Unglaublich. Ich verwendete die Creme täglich und bereits nach zwei Tagen waren nahezu alle betroffenen stellen „geheilt“. Das erste mal wieder Schppenfrei. Durch das Eincremen waren meine Haare zwar etwas fettig aber im Gegensatz zu meinen beschwerden hinnehmbar. Da die Packungsbeilagen den Einsatz von mehreren Tagen bzw. Wochen zuließen, cremte ich fleißig über einen langen Zeitraum hinweg ein. Die Haut war wieder perfekt und ich entschied mich die Creme abzusetzen. Geheilt von meinen Symptomen genoß ich es also wieder, meine Haare ohne Schuppen zu präsentieren. Zwischendurch bemerkte ich, dass mein Kopf zu jucken beging. Ich dachte mir aha, da habe ich wohl eine Stelle nicht ordentlich behandelt und griff erneut zu meiner Creme. Binnen zwei Tagen war die betroffene Stelle wieder in Ordnung und es gab kein Grund zur Sorge.

Photo by Samuel Zeller on Unsplash

Zu früh gefreut. Komischer Weise besserten sich die betroffenen Stellen und tauchten nach wenigen Tagen wieder auf. Schien so als ob der Arzt mir nicht das Ideale Produkt verschrieben hat. Also besuchte ich noch einen anderen Hautarzt, um mir eine weitere Meinung einzuholen. Leider schien auch dieser die gleichen Lehrbücher durchforscht zu haben und verschrieb mir wieder nur eine Creme mit Kortison. Das Ergebnis war wie erwartet identisch. Kurzzeitige Besserung mit anschließend sich wiederholendem Prozedre. Vom Beginn, bis zum heutigen Zeitpunkt konnte mir kein Arzt bei der Bekämpfung des Ekzems helfen. Alles was ich je verschrieben bekam, half nur die Symptome zu unterdrücken, nicht jedoch eine wirkliche Heilung einzuleiten.

Verschreibungsfreie Produkte aus dem Urlaub

Welch ein Zufall. Zu meiner Leidenszeit befand sich meine Cousine samt Ihrer Familie im Türkei Urlaub und bekam ein Ekzem am Kopf (ob es sich dabei um ein seborrhoisches Ekzem handelte, kann ich nicht sagen). Ihren Erzählungen nach, litt Sie unter dem selben Erscheinungsbild. Der damalige Apotheker gab Ihr hierfür ein Mittel. Wie ich später im Internet herausfand, cortisonhaltig. Da Sie nicht alles verbraucht hatte, bekam ich also den Rest.

Der Geruch erinnert etwas an ein Desinfektionsmittel aus dem Krankenhaus, verfliegt aber bereits nach wenigen Sekunden nach der Anwendung. Durch die flüssige Form, verteilt es sich super einfach zwischen den Haaren.

Achtung: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es verdammt gebrannt hat, sobald es mit der Haut in Berührung kam.

Aus irgendeinem Grund hat es bei mir besser angeschlagen als andere cortisonhaltige Mittel. Ein bis zweimal die Woche aufgetragen hatte ich für eine sehr lange Zeit Ruhe. Leider führte das in eine Art Abhängigkeit, sodass Familie und Freunde mir immer wieder Nachschub aus dem Urlaub mitbrachten. Daraus ergab sich ein Konsum von über 2 Jahren.

Viele Monate später erst, merkte ich ein Veränderung des Hautbildes. Ich musste das Mittel mehrere Male pro Woche anwenden und trotzdem regenerierte sie sich nicht mehr wie gewohnt. Die Wirkung ließ gefühlt nach. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass dies kein Dauerzustand sein darf. Über meine ersten intensiven Internetrechecherchen zu meiner Krankheit, wurde mir bewusst, dass ich auf das Cortison hereingefallen bin. Zu keiner Zeit hat es mir geholfen, sondern im Gegenteil geschadet. Es war an der Zeit, eigenständig nach einer Lösung zu suchen. Auf meinem Blog sollt Ihr Erfahren, wie ich mit meiner Krankheit umgehe und welche alternativen ich für eine Linderung teste. Außerdem will ich, dass Ihr diesen Blog nutzt, um Erfahrungen zwischen betroffenen Menschen auszutauschen.

Ich bin Egin von Ekzemfrei.com und freue mich auf euer Feedback.

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